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 “Mutter misch`dich nicht ein”

Mütter in Fernsehserien oder Filmstarmütter und ihre Töchter- was für ein unerschöpflicher Quell der Freude. Nehmen wir doch mal als Beispiel Inge Meysel. In „Die Unverbesserlichen“ spielte sie die Käthe Scholz und hatte ihre Familie fest im Griff. Sie stritt, manipulierte und nahm auf typische Meysel-Art jedem anderen die Luft zum Atmen. Großartige Schauspielkunst einer großartigen Mimin, die allerdings im Privaten so gar nichts von einer Familienglucke hatte. Du liebe Güte, gibt es Geschichten über Inge Meysel! Die gehören genauso auf die Bühne wie die schönsten Erinnerungen und Situationen an „Die Unverbesserlichen“.


Oder Marika Rökk. Ein UFA-Star, über den viele Kritiker sagten: „Sie beherrscht nichts richtig und von allem nur ein bisschen, aber dieses bisschen läppert sich zu einem annehmbaren Ganzen“. Frau Rökk blieb allerdings unerschütterlich in dem Glauben an sich selbst und sprach Zeit ihres Lebens mit ungewollter Ironie und ungebremsten Redefluss davon, wie sehr sie dem lieben Gott für ihr Talent, ihre Schönheit und ihren Erfolg dankbar sein müsste. Und natürlich auch für ihre Tochter Gabriele, die aber in den Lebenserinnerungen der Rökk  nicht immer gut wegkommt. Man kommt aus dem Lachen nicht heraus, wenn man hört, mit welch unfreiwilliger Komik die Ungarin ihr Leben als Mutter beschreibt. Klar, auch das findet in meinem Programm statt.


Oder Vera Drombusch. Salbungsvoll, ernsthaft und immer einen lebensklugen Satz auf den Lippen, den allerdings kaum jemand je hören wollte. Ebenfalls großartig gespielt von der unvergessenen Witta Pohl, aber auch hier kommt sie wieder ins Spiel, die gewisse Ironie, wenn man diese ganzen Mutterfiguren mal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.


In meinem Programm „Mutter, misch‘ dich nicht ein!“ tauchen sie alle wieder auf, diese Mütter, die wir aus dem Fernsehen und aus Filmen kennen und die wir alle so lieben. Wenn man sich so wie ich auf unterhaltsame, aber dennoch respektvolle Art ein bisschen lustig macht über diese „Übermütter“, zeigt das eigentlich nur, wie sehr ich sie alle liebe- Vera, Käthe oder Marika.


„Mutter, misch‘ dich nicht ein!“ lässt all diese Frauen wieder aufleben. Auf meine Art. Unterhaltsam, lustig, ironisch.


Wer schon mit sechs Jahren sämtliche Titel des Doppelalbums „Alexandra- Stimme der Sehnsucht“ textsicher mitsingen kann, der muss ja zwangsläufig irgendwann auf der Bühne stehen. Und wenn man dann noch die Klassiker der Familienserien wie „Diese Drombuschs“ oder „Die Unverbesserlichen“ inhaliert hat, wird daraus eben das Programm „Mutter, misch dich‘ nicht ein!“

Die ersten zaghaften Schritte in Richtung Unterhaltung wagte ich im hohen Norden, genauer gesagt in Flensburg. Zwar geriet der erste Live-Auftritt mit meiner Schülerband zur mittelprächtigen Katastrophe, aber trotzdem war es ein Anfang. Jedenfalls lernte ich damals, dass „True Blue“ von Madonna durchaus mit zwei Akkorden auf dem Klavier spielbar ist. Kleine Statistenrollen am Theater in Flensburg und Kiel folgten. In der Aufführung „Käthchen von Heilbronn“ durfte ich sogar als singender Weihnachtsbaum das Publikum erfreuen (es war eine etwas avantgardistische Inszenierung). Das war nun nicht so ganz das, was ich wollte. Ich beschloss, statt als dekorativer Weihnachtsbaum lieber als Sprecher zu arbeiten. Also bewarb ich mich um ein Praktikum bei einem privaten Radiosender. Irgendwann landete ich beim NDR. Dort erhielt ich eine fundierte Sprecherausbildung und lernte „live“. Moderieren gehörte ebenso zu meinem Job wie guter Boulevardjournalismus.

Dann streckte ich meine beruflichen Fühler nach Nordrhein-Westfalen aus, genauer gesagt nach Köln. Beim WDR betreute ich redaktionell einige Sendungen, war und bin dort auch oft live zu hören- unter andere im „Promiboulevard“. Aber da das Leben schön bunt ist, bin ich auch anderweitig unterwegs. Ich nahm Schauspielunterricht und landete in der „Lindenstraße“. Nicht als Schauspieler, nein (obwohl ich mal eine kleine Szene im „Café Bayer“ spielen durfte- sogar mit Text!). Ich wurde von der Produktion ausgesucht als Moderator der „30 Jahre Lindenstraße“- Tournee, die mich mit dem gesamten Ensemble von Bonn nach Düsseldorf, über Speyer bis ins ARD-Hauptstadtstudio nach Berlin führte. Mit „Mutter Beimer“ auf einer Bühne! Und da war sie wieder, die Idee, einen ironisch-liebevollen Blick auf Fernsehserienmütter und Filmstarmütter zu werfen. Käthe Scholz, Vera Drombusch oder Marlene Dietrich- sie alle finden in meinem Programm statt und werden zwar mit Seitenhieben, aber dennoch respektvoll unter die Lupe genommen. Schon bei den Proben kamen wir aus dem Kichern nicht mehr heraus und fanden immer mehr Dinge, die auf der Bühne unbedingt erzählt werden mussten. Das ist mein aktuelles Programm.

Und falls es interessiert- das Doppelalbum „Alexandra- Stimme der Sehnsucht“ kann ich immer noch textsicher mitsingen.


Das neue Bühnenprogramm von

Oliver Witt





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